Es ist sinnvoll, dass wir vom Krisen-Modus wieder in den Produktiv-Modus finden – unter veränderten Vorzeichen. Und das ist für uns alle herausfordernd und anstrengend. Trotzdem gilt: Jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern selbst aktiv werden.

Ungewollte Veränderungen, wie z.B. die Corona-Krise, lösen in der Regel Stress aus. Corona verbannt uns alle in die eigenen vier Wände mit neuen Herausforderungen: Home Office, Home Schooling, Existenzängsten, Herausforderungen für die Beziehung, ungelöste Kinderbetreuung – das alles unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig die eigene Motivation oben zu halten, kann sehr anstrengend sein und setzt uns unter Druck.

Doch was passiert, wenn wir Angst haben und unter Stress stehen? Unsere gewohnten Verhaltensmuster können verstärkt werden. Wenn wir z.B. gewohnt sind, mit viel Planung zu arbeiten, dann versuchen wir, genau dieses Verhaltensmuster verstärkt in der Krise anzuwenden und es kann passieren, dass aus einem z. B. normal planenden Menschen ein pedantischer Perfektionist ist. Oder ein sicherheitsorientierter Mensch sich in Zeiten der Veränderungen zurückzieht und nach äußerlichen Sicherheit gebenden Faktoren sucht. Doch genau dies kann uns diese Krise nicht bieten. Andere Beispiele sind: Jemand, der bei Stress putzt, könnte verstärkt putzen, wer seinem Stress mit Süßigkeiten begegnet, wird jetzt der Krise mit Milka, Mars und Co begegnen, wer Sport macht, um „runterzukommen“, wird jetzt in der Krise womöglich zum Marathonläufer werden.

Kurzum: Krisen sind häufig Verstärker für unsere Verhaltensmuster. Und um diese Muster zu durchbrechen, ist es sinnvoll, sich dies bewusst zu machen und die eigenen Verhaltensmuster genauer anzuschauen.

Denn gerade in Krise ist es wichtig, flexibel zu reagieren, weil äußere Rahmenbedingungen sich schnell ändern, wir auf Entscheidungen anderer kurzfristig reagieren und neue Umstände wie z.B. Regierungsvorgaben beachten müssen. Es ist nicht zielführend, in solchen Situationen alles bis ins Detail zu planen, sondern flexibel zu bleiben, sich auf die Situation und die Veränderungen agil einzulassen. Entscheidungsschnelligkeit anstelle von Abwägung ist Trumpf und Innovation und Kreativität anstelle von Sicherheitsdenken – dann gelingt es auch, in der Krise aktiv zu bleiben.

Doch wie kann man ein Mehr an Gelassenheit, Kreativität und Flexibilität erreichen?

Die gute Nachricht: Wir haben es selbst in der Hand, denn jede ausgeprägte Eigenschaft hat eine Schwesterntugend, wie es Friedemann Schulz von Thun[1] nennt. Diese können wir uns vor Augen halten und mit dem Gegensatz in Ausgleich bringen. In Persönlichkeitsprofilen, wie beispielsweise dem W.E.R.T.-Modell[2] von Fuhrmann/Rother werden typische Grundmuster anschaulich dargestellt. Wenn wir uns unser eigenes Verhalten für uns selbst bewusst machen, können wir versuchen, prägende Verhaltensmerkmale in Ausgleich zu bringen mit den scheinbar im Gegensatz stehenden Merkmalen: Den „leiseren“ Anteil stärken, den „lauteren“ Anteil herunter dimmen.

Hilfreich kann es auch sein, sich durch das Stärken von Kreativität und Mut auf die neue Situation besser einzulassen. Stephan Sonnenburg spricht von der Kreativität, die sich auf einer Reise ins Unbekannte erst entwickeln kann[3]. In der extremen Veränderung in Zeiten von Corona mit dem für den Moment noch unbekannten Ende kann das Entwickeln von Kreativität also eine echte Chance sein.

Und mit neuem und kreativem Blick in die Zukunft schauen und sich fragen: Was könnte eine Vision sein? Was sind Ziele für die Fima? Was nehme ich mir für meinen weiteren Lebensweg vor…nach der Krise?

Denn auch in einer großen Krise liegt eine Chance. Viel Erfolg beim Ausprobieren!

 Dieser Beitrag ist eine Adaption eines bereits auf Guiding for Future erschienen Artikels der Autorin.

von Elke Susanne Sieber M.A., systemischer Business Coach/online Coach (zert.)


[1] Schulz von Thun, Friedemann: Das Werte- und Entwicklungsquadrat: Ein Werkzeug für Kommunikationsanalyse und Persönlichkeitsentwicklung, erschienen in: TPS. Theorie und Praxis der Sozialpädagogik, S. 13-17, Ausgabe 09, Stuttgart 2010

[2] Rother, Alger und Fuhrmann, Michael: Das WE.R.T.-Persönlichkeitsprofil, http://www.wert-profil.de

[3] Sonnenburg, Stephan: Routenplaner Kreativität, Heidelberg 2020

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