Kunst und Wirtschaft. Da denke ich an wunderbare Kunstwerke in schicken Bürogebäuden. Kunst wird gefördert. Kunst ist keine Arbeit, Kunst ist brotlos, Künstler sind arm…

Mal ganz ehrlich: Wenn das fast erwachsene Kind daran denkt „Künstler“ zu werden, jubelst du dann? Viele von uns denken doch dann genau das, oder? Und das sicherlich auch zu Recht. Erfolgreich seinen Lebensunterhalt mit der eigenen Kunst zu verdienen, ist für viele Künstler nicht leicht.

Warum soll dann bitte Kunst Unternehmen unterstützen, erfolgreicher und innovativer zu werden?

Entdeckerqualitäten für unsere komplexer werdende Welt

Unsere sich stark verändernde Arbeitswelt ist für viele eine große Herausforderung. Und gerade hier sind die Stärken eines kreativen künstlerischen Mindsets: alles basiert auf Entdeckerqualitäten. Damit ist in meinen Augen die Fähigkeit von Menschen gemeint, unverbundene Tatsachen miteinander zu kombinieren.

Ergebnissoffen und frei von Konventionen

Eines ist uns allen sicherlich klar: Kunst ist mehr als meisterlich malen oder musizieren. Ohne sein Handwerk zu beherrschen, wird ein Künstler nie sein Werk vollenden können. Aber was ein Künstler mindestens genauso verinnerlicht haben muss, ist ein künstlerisches Mindset: ergebnissoffen und ohne Respekt für Konventionen.

Und genau das sind die Superkräfte, von denen die Wirtschaft so viel lernen kann und die erfolgreiche Innovatoren wie Steve Jobs & Co nutzten und nutzen.

Learning 1: Ohne Neugier nichts Neues!

Am Anfang jedes künstlerischen Projekts steht die Neugier. Ein brennender Impuls, dem nachgegangen werden muss. Ein sehr persönlich motiviertes Interesse und komplett intrinsisch.

Learning 2: Intuition aus Navigation

Gerade weil der Treibstoff für die Kunst die Neugier und der Weg gänzlich offen ist, arbeiten Künstler häufig spielerisch und ohne Absicht. Einfach losgehen, erkunden und erforschen. Die eigene Intuition gibt Orientierung. Ihr zu trauen, Ratio UND Emotionen Raum zu geben, ist ein Garant für ein authentisches Werk.

Learning 3: Ziel- und planlos erschaffen

Eine weitere Fähigkeit von Künstlern ist, scheinbar ziel-, planlos und unberechenbar zu arbeiten. Zweckrationales Vorgehen komplett außer Acht zu lassen, ist sicherlich aus unternehmerischer Sicht die größte Herausforderung, wenn künstlerische Arbeitsweisen übernommen werden sollen.

Eine Ahnung vom Ergebnis ist vielleicht der Anfang. Nur wenn ein Künstler sich seiner Frage mit allen Sinnen und mit vollkommen offenem Geist hingibt, kann er etwas (für ihn) vollkommen Neues und Freies schaffen.

Learning 4: Do it for the process!

Kein Künstler wirft sich in ein Projekt, dessen Ausgang bereits feststeht. Nur wenn der Prozess offen ist, kann ein Kunstwerk wachsen. Der Weg ist das Ziel. Er bietet und fordert alle Möglichkeiten und ist der Garant zu etwas ganz Neuem.

Gerade wenn mehrere Künstler zusammenarbeiten, ist das eine Glanzleistung: das eigene Ego muss hintenanstehen, sonst kommt niemand zum Ziel.

Learning 5: Ungewissheit aushalten

Ein unbekannter Weg macht uns Angst. Künstler wissen nicht, wie z.B. ein Bild am Ende wirklich aussehen wird, an dem sie gerade arbeiten. Jeder Schritt, den ein Künstler geht, bedeutet Veränderung. Fehler sind zum Lernen da!

Besonders am Anfang eines Projekts gilt es, diese Ungewissheit auszuhalten. Das einfache Rezept gegen ängstliches Aushalten und Prokrastinieren: einfach anfangen.

Learning 6: Achtsam spielen!

Spielerisch zu arbeiten, heißt ausprobieren und neue Welten erkunden. Intuitiv Schritte gehen, angstfrei Tatsachen verbinden und die Welt mit den staunenden Augen eines Kindes sehen. Spielerisch entdecken, staunen und unvoreingenommen mit frischem Blick arbeiten: pure Kreation und Achtsamkeit.

Künstlerische Arbeit ist harte Arbeit

Was wäre in Unternehmen möglich, wenn das künstlerische Mindset Teil der Unternehmenskultur wäre? Zahlreiche Innovationsunternehmen machen es bereits vor und stellen Experimentierfreude und Neugier ins Zentrum ihrer Arbeit. Auch wenn spielerisches, ergebnisoffenes Arbeiten und persönlicher Antrieb im Zentrum einer unternehmerischen Ideenkultur stehen, meine ich damit auf keinen Fall, dass alles nur watteweich gespült, mit rosaroter Brille gesehen werden soll.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass künstlerisches Arbeiten harte persönliche Arbeit ist und ein absolutes Hingeben an das Ziel verlangt: eine Antwort zu erhalten.

Über die Autorin: Verena Mayer-Kolbinger ist Kreativitäts-Coach und Künstlerin im Netzwerk von openTransformation.

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